Workshops

Parallele Workshops 1 – 3 Dienstag, 11. Februar 2020, 15:00 – 16:00

Workshop 1:
Risiken in Beteiligungsunternehmen im Rahmen eines internen Kontrollsystems aus Anteilseignersicht erkennen, bewerten, berichten

In Zeiten zunehmender kommunaler Aufgaben, reduzierten Finanzierungsspielräumen und hohen Leistungserwartungen der Öffentlichkeit gewinnt das Risikobewusstsein zunehmend auch in Städten und Gemeinden an Bedeutung. Entgegen der Regelungen (nach dem Aktiengesetz und analog auch nach dem GmbH-Gesetz) für die Beteiligungsgesellschaften existieren zwar für den „Konzernverbund“ Stadt bzw. Kommune in den Gemeindeordnungen bundesweit keine gesetzlichen Vorgaben zur aktiven Risikoüberwachung und -steuerung. Im Sinne einer vorausschauenden und nachhaltigen Haushaltssteuerung ist es jedoch angebracht, mit Hilfe eines strukturiert-systematischen Vorgehens Risiken zu identifizieren, zu bewerten und mit Handlungsempfehlungen zu versehen.
In dem Workshop soll insbesondere die konkrete Umsetzung eines internen Kontrollsystems in der Gebietskörperschaft diskutiert werden. Im Mittelpunkt stehen der Controlling-Kreislauf und das Reporting, damit das Risikomanagementsystem neben der Schaffung der Transparenz bei Risiken auch einen Beitrag zur Stärkung der internen Verwaltungsabläufe des Beteiligungsmanagements leisten kann.

Referenten:
Lars Scheider, Leiter Beteiligungsmanagement, Stadtkämmerei der Stadt Frankfurt a.M.
Dr. Ferdinand Schuster, Geschäftsführer, Institut für den öffentlichen Sektor

Workshop 2:
Digitales Beteiligungsmanagement in der Kommunalverwaltung

In diesem Workshop wird gemeinsam diskutiert, inwiefern ein softwaregestütztes Beteiligungsmanagement Prozesse vereinfacht und die Arbeit Einzelner/gesamter Teams erleichtert. Dabei ist es uns wichtig, die Teilnehmer des Workshops für die wichtigsten Aufgabenbereiche des Beteiligungsmanagements zu sensibilisieren und ihnen anhand eines Praxisbeispiels zu zeigen, welche Faktoren die digitale Transformation beeinflussen. Nach Abschluss des Workshops wissen die Teilnehmer:

  • welche Aufgabenbereiche im Fokus des kommunalen Beteiligungsmanagements stehen
  • welchen Herausforderungen andere Kommunen im Beteiligungsmanagement begegnen
  • wie der Übergang zu einem softwaregestützten Beteiligungsmanagement aussehen kann uns was es dabei zu beachten gibt

Referenten:
Matthias Lehmann, Vorstand der Saxess AG
Daniel Hübner, Vorstand der Saxess AG
Niklas Luhmann, Leiter der Kämmerei, Stadt Remscheid

Workshop 3:
Vergütungsentscheidungen für Top-Managementmitglieder öffentlicher Unternehmen

In diesem Workshop wird veranschaulicht und diskutiert, wie im Prozess der Personalauswahl und Zielvereinbarungen Vergütungsentscheidungen in der Praxis faktenbasiert vorbereitet werden können, um den rechtlichen Anforderungen und den Erwartungen der Öffentlichkeit zu entsprechen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird anhand von Praxisbeispielen erarbeitet, wie Vergütungsentscheidungen zur Höhe und Ausgestaltung der Top-Managementvergütung faktenbasiert und in vorlagefähiger Form vorbereitet werden können.

Referent:
Prof. Dr. Ulf Papenfuß, Lehrstuhl für Public Management & Public Policy, Zeppelin Universität


Parallele Workshops 4 – 6 Dienstag, 11. Februar 2020, 17:00 – 18:30

Workshop 4:
Deutscher Public Corporate Governance-Musterkodex der Expertenkommission: Mehrwert und Nutzungswege für die Praxis in Gebietskörperschaften mit und ohne PCGK

Viele Gebietskörperschaften in Deutschland nutzen bereits einen Public Corporate Governance Kodex (PCGK); viele weitere prüfen aktuell die Einführung oder müssen eine Überprüfung des bestehenden PCGK oder ihrer sog. Beteiligungsrichtlinie vornehmen. Der Deutsche Public Corporate Governance Musterkodex (PCG-Musterkodex) wurde im Rahmen eines deutschlandweiten Konsultationsverfahrens und mit einer hochkarätig besetzten Expertenkommission erarbeitet und soll übergreifenden Mehrwert und Arbeitserleichterungen im Alltag bringen. Der PCG-Musterkodex kann die Erarbeitung bzw. Überarbeitung eines für die jeweilige Gebietskörperschaft als situationsgerecht empfundenen PCGK unterstützen, der von den zuständigen politischen Organen verabschiedet wird. Bei der gemeinschaftlichen Erarbeitung von Regelungen vor Ort in den jeweiligen Gebietskörperschaften kann der Deutsche PCG-Musterkodex gezielt für Vergleiche und als Diskussionsbasis genutzt werden. Anhand von für die Praxis besonders relevanten Regelungsbeispielen wird im Workshop herausgearbeitet und diskutiert, wie mit dem Musterkodex im Arbeitsalltag in Gebietskörperschaften mit und ohne PCGK auf der fachlichen und politischen Ebene gearbeitet werden kann. Weiterhin wird diskutiert wie die in PCGK enthaltenen Grundsätze zur verantwortungsvollen Steuerung, Leitung und Aufsicht von und in öffentlichen Unternehmen “mit Leben gefüllt“ werden können.

Referenten:
Dr. Eckart Lantz, Abteilungsleiter, Niedersächsischer Landesrechnungshof
Prof. Dr. Ulf Papenfuß, Lehrstuhl für Public Management & Public Policy, Zeppelin Universität
Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend, HEAG Holding AG Darmstadt, Beteiligungsmanagement Stadt Darmstadt

Workshop 5:
Webbasierte Selbstevaluierung des Aufsichtsrats – Erfahrungen der Freien und Hansestadt Ham-burg aus einem Pilotprojekt

Die Anforderungen an die Arbeit von Aufsichtsräten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies erfordert professionelle Strukturen und Prozesse in der Gremienarbeit. Ein wichtiges und zuneh-mend verbreitetes Instrument zur Reflektion dieser Strukturen und Prozesse ist die Selbstevaluierung des Aufsichtsrats. Regelmäßig äußern Gremien oder relevante Entscheidungsträger in der Beteili-gungsverwaltung jedoch Bedenken hinsichtlich des potentiell hohen administrativen Aufwands oder einer fehlenden Wirkungskraft dieser Selbstevaluierungen. Ziel des Workshops ist die Diskussion eines innovativen Ansatzes zur Durchführung von Selbstevaluierungen bei öffentlichen Unternehmen. Anhand der Erfahrungen aus einem Pilotprojekt der Freien und Hansestadt Hamburg wird beleuchtet, wie eine webbasierte Selbstevaluierung dem Aufsichtsrat mögliche Handlungsfelder aufzeigen kann und entsprechende Handlungsempfehlungen für eine noch wirksamere Gremienarbeit abgeleitet wer-den können. Konkret werden im Workshop folgende Aspekte diskutiert:

  • Inhalte einer wirksamen Selbstevaluierung
  • Ablauf von onlinebasierten und effizienten Selbstevaluierungen
  • Überführung der Ergebnisauswertungen in konkrete Handlungsimplikationen
  • Wissenstransfer durch den Schulungscharakter des eingesetzten Tools
  • Vorstellung der aus dem Piloten gewonnen Erfahrungen bei einer Selbstevaluierung

Referenten:
Georg Jucknat, Projektleiter Fortentwicklung des Beteiligungsmanagement der Freien und Hansestadt Hamburg, Finanzbehörde
Prof. Dr. Michael Wolff, Professur für Management und Controlling an der Universität Göttingen und Gründer des European Center for Board Efficiency (ECBE)

Workshop 6:
Steuerung von Beteiligungsgesellschaften mit mehreren Müttern

Die Steuerung von 100%-Beteiligungen ist aus Sicht des Beteiligungsmanagements häufig eine Herausforderung, weil finanzielle und fachliche Ziele vor dem Hintergrund klammer Kassen auszutarieren sind und eine Vielzahl unterschiedlicher Interessengruppen in mitunter intransparenten Entscheidungsprozessen mitwirken. Die Herausforderung nimmt noch einmal deutlich zu, wenn nicht nur eine Mutter die Gesellschaft steuert, sondern ein oder mehrere Anteilseigner hinzutreten. Hierbei gibt es in der Praxis verschiedene Fallkonstellationen, wie etwa:

  • Private Mitgesellschafter, die ein hohes (finanzielles) Renditeinteresse haben,
  • gemeinsame Gesellschaften mit anderen Gebietskörperschaften und
  • gemeinsame Gesellschaften mit anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Ziel des Workshops ist es, in einem initialen Vortrag die verschiedenen Fallkonstellationen, Interessenlagen und Entscheidungsprozesse anhand von praktischen Beispielen der Stadt Essen zu erläutern. Dabei sollen die wesentlichen Faktoren für ein erfolgreiches Beteiligungsmanagement herausgestellt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops auf Basis der Erfahrung in ihrem jeweiligen Umfeld diskutiert werden.

Referent:
Dr. Patrick Schwefer, Fachbereichsleiter Beteiligungsmanagement, Stadt Essen


Parallele Workshops 7 – 9 Mittwoch, 12. Februar 2020, 09:00 – 10:30

Workshop 7:
Beteiligungscontrolling der öffentlichen Hand

Eine Vielzahl öffentlicher Aufgaben wird außerhalb der Kernverwaltung in Eigen- und Regiebetrieben, Anstalten öffentlichen Rechts oder in privatrechtlichen Gesellschaftsformen erbracht. Dadurch haben sich insbesondere in den Kommunen aber auch auf Landesebene konzernähnliche Strukturen entwickelt. Die konsequente Ausrichtung des Handelns von Tochtergesellschaften der öffentlichen Hand setzt daher ein Steuerungskonzept und ein funktionierendes Beteiligungscontrolling voraus. Dieser Workshop stellt die Grundzüge eines Beteiligungscontrolling der öffentlichen Hand vor. Er gibt Antworten auf die zentralen Fragen bei der Steuerung öffentlicher Beteiligungen.

Referent:
Lars Scheider, Leiter Beteiligungsmanagement, Stadtkämmerei der Stadt Frankfurt a.M.

Workshop 8:
Informationsfreiheit: Akteneinsichtsrechte und mehr

Abgeleitet von den Informationsfreiheitsgesetzen von Bund und Ländern (IFG) wird ein Überblick über das Recht auf Einsicht in die Akten der Beteiligungsverwaltung gegeben. An Fallbeispielen werden praktische Erfahrungen ausgetauscht. Dieses Akteneinsichtsrecht steht grundsätzlich “jedem Mensch” zu. Daneben gibt es umfassende Informationsrechte, welche nur bestimmten Personen zustehen. Jenseits der parlamentarischen Fragerechte, wird auf die besonderen Rechte der Abgeordneten (z.B. Art. 45 VvB) und verschiedene presserechtliche Auskunftsrechte eingegangen. Schließlich gibt es einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Thematik in Richtung eines Transparenzgesetzes mit aktiven Veröffentlichungspflichten.

Referent:
Jörg Kunz, Abteilung Vermögen und Beteiligungen, Senatsverwaltung für Finanzen Berlin

Workshop 9:
IKS, Compliance, Haftung, D&O Versicherung – Was Führungskräfte der Beteiligungen wissen müssen

Referentin:
Mechthild A. Stock, Stadtkämmerin a.D.